Die Partnerklassen

Derzeit beherbergt unser Schulhaus auch zwei Außenklassen aus der Cäcilienschule. Diese werden von Schülern mit sonderpädagogischem Förderbedarf besucht. Jede dieser Klassen bildet gemeinsam mit einer Klasse aus unserer Schule zusammen ein Partner-Klassen-Tandem.

In bestimmten Phasen des Unterrichts arbeiten alle Schüler des Tandems als „große“ Klasse zusammen in einem Zimmer, teilweise verteilen sich die Kinder über beide Zimmer, manchmal lernt jede Gruppe alleine – je nachdem, wie es für die Kinder gewinnbringender ist.

Es gibt feste, wöchentlich wiederkehrende Zeiten (Montagmorgenkreis, Partnerlesen, Kunststunden …) und sich aus dem Schulalltag ergebende projektartige Phasen der Zusammenarbeit (Basteln der Luzienhäuserl, Unterrichtsgänge – z. B. zur Feuerwehr, Vorbereitung und feiern gemeinsamer Feste, Wandertage und Theaterbesuche…).

Darüber hinaus dürfen unsere Schüler in Abständen den Fachkräften der Cäcilienschule Fragen rund um das Thema „Behinderung“ stellen.

Das Besondere an der Zusammenarbeit? …dass die Zusammenarbeit nach kurzer Zeit eigentlich nichts besonderes mehr ist. Ganz natürlich wird mit den Besonderheiten jedes Einzelnen der über 30 Schüler untereinander umgegangen. Schnell erklärt man die zu bearbeitende Aufgabe noch einmal dem Sitznachbarn, leiht einen Stift aus oder sagt auch einmal ganz deutlich, dass dieses oder jenes Verhalten jetzt „einfach nervt“. Die Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf lernen auch außerhalb ihrer „geschützten Klassengemeinschaft“ ihre Bedürfnisse auszudrücken und Hilfe zu akzeptieren.

Immer wieder dürfen wir feststellen, dass sich Kinder durch die Zusammenarbeit mehr zutrauen, als in der eigenen Gruppe und dass sie bereit sind, auch einmal eigene Grenzen erfolgreich zu überwinden. Gleichzeitig wächst die Geduld, mit Andersartigkeit umzugehen und auch das Andersartige in seiner eigenen Person zu akzeptieren. Unsere Schule wird auf diesem Weg einfach noch ein bisschen „bunter“.

So profitieren die Schüler beider Schulen von der Partnerschaft und lernen „über den Schulbuchhorizont“ hinaus für das Leben außerhalb von Satzgrenzen und Zahlenräumen.

Christine Widmann und Alexandra Soyer (frühere Lehrerin der Partnerklasse)